Berater-Info: Extensive Blackenregulierung mit Schafen?
Am Bildungs- und Wissenszentrum Aulendorf (Baden-Württemberg) wurde in einem fünfjährigen Feldversuch geprüft, ob die Beweidung mit Schafen das Problem der Blacke (Ampfer) auf Grünland lösen kann.
Schafe verbeißen jüngere Blätter besser als ausgewachsene. Daher wurde im Versuch geprüft, wie eine vorgezogene Beweidung gegenüber einem üblichen Weideauftrieb auf die Verdrängung der Blacke wirkt. Sobald die Pflanzen im Frühjahr etwa 10 cm hoch waren, wurden die Flächen an ein bis zwei halben Tagen beweidet. Auf einer Kontrollfläche wurden die Schafe erst zum gängigen Zeitpunkt, d.h. als der Pflanzenbestand 15 bis 20 cm hoch war, auf die Weide gebracht. Die Schafe waren im Durchschnitt an 17 Weidetagen à 8,6 Stunden auf den Flächen. Die Besatzdichte lag damit bei 243 Schafen/ha.
Die Vorbeweidung führte zwar zu einem raschen Rückgang der Blacke über die Versuchsjahre, doch insgesamt war die Blacke auf beiden Flächen nach fünf Jahren regelmässiger Schafbeweidung fast völlig verschwunden. Das Ergebnis ist bemerkenswert, da bekannt ist, dass Schafe auf der Weide sehr wählerisch sind, stark selektiv fressen und tief verbeissen. Offensichtlich wird bei der Blacke durch häufiges Beweiden die Reservestoffeinlagerung in unterirdischen Speicherorganen so stark behindert, dass die Austriebskraft der Pflanze stetig abnimmt.
Entscheidend für den Erfolg sind vor allem das Weidemanagement und die botanische Zusammensetzung des Bestandes. Der Druck auf die Blacke ist umso grösser, je weniger für die Schafe „attraktive“ Gräser und Kräuter vorhanden sind. Wichtig ist in jedem Fall ein frühes Weiden, denn alte ausgewachsene Blätter werden nicht mehr gefressen.
Weitere Informationen:
Kontaktperson am FiBL: Hansueli Dierauer
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