Umgang mit Pestizidrückständen - Kurs für Kontrolleure
Im April 2007 fand am FiBL ein internationaler Kurs zum Umgang mit Pestizidrückständen statt Dieser stiess auf grosses Interesse und soll 2008 nochmals angeboten werden.
Biologische Lebensmittel weisen in der Regel keine Pestizidrückstände auf. Aber immer wieder kommen Verunreinigungen vor. Die Gründe sind vielschichtig: unbeabsichtigte Vermischung beim Transport, bei der Verarbeitung (vor allem in Betrieben, die sowohl Bioprodukte als auch konventionelle verarbeiten), oder Abdrift im Feld. Auch ist die missbräuchliche Anwendung von chemisch-synthetischen Pestiziden nicht immer auszuschliessen.
Verschiedene Fallstudien wurden während des internationalen Kurses am FiBL in Frick diskutiert. Zum Kurs kamen 20 Teilnehmende aus 14 Ländern - aus dem Umfeld von Inspektions- und Zertifizierungsstellen sowie der Lebensmittelkontrolle.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses befassten sich während drei Tagen mit den Konzepten und Instrumenten im Umgang mit Verdachtsfällen bei missbräuchlicher Anwendung oder Verschleppung von Spritzmitteln. Insgesamt wurden fünf Module angeboten:
Modul 1: Einführung
- Gesetzliche Grundlagen
- Rückstandsgehalte in biologischen und konventionellen Lebensmitteln
- Quellen von Verunreinigungen
- Beurteilungskonzepte
Modul 2: Prüfberichte verstehen - Anforderungen an Untersuchungslabore
- Gesetzliche Höchstwerte (Nicht-EU-Länder, EU, Codex alimentarius)
- Nachweis-/Bestimmungsgrenze und Konsequenzen für die Interpretation
- Prüfberichte verstehen (Beispiele)
- Analysemethoden
- Laborprofil
- Nötige Infos für Labore
Modul 3: Risikoananlyse
- HACCP
- Was ist gute Herstellungspraxis in Erzeugung und Verarbeitung
Modul 4: Probenahme,
Feld,
Weinkeller
- Rechtliche Grundlagen
- Prinzipien
- Strategien gemäss Fragestellung
- Material
Modul 5: Umgang mit positiven Analyseresultaten
- Rechtliche Grundlagen
- Prinzipien
- Strategien gemäss Fragestellung
- Material
- Vorgehen gemäss EU-Bio-Verordnung, Annex III/Nr. 9
- Vorgehen Bio Suisse
- Praktische Beispiele
Theoretisch und in praktischen Übungen wurden mögliche Verunreinigungsquellen und Schwachstellen in der Produktion und Verarbeitung von Bioprodukten diskutiert, Analyseberichte von Rückstandsfällen erklärt und interpretiert, das Vorgehen bei der Probenahme im Feld durchgespielt und die Abläufe bei positiven Analyseergebnissen gemäss EU-Verordnung 2092/91, Anhang III, Nr. 9 erläutert.
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